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Bäumchen wechsle dich

© Coloures-pic - Fotolia.com
Autor
Dr. Hans-Peter Obladen
Veröffentlicht
01.03.2016

Dies klingt auf den ersten Blick interessant. Denken wir darüber nach, ob dies auch in öffentlichen Betrieben denkbar ist. Viel Wechsel gibt es auf den Führungspositionen nicht. Veränderungen sind eine Folge einer Vakanz entweder durch Verrentung oder Kündigung durch den Stelleninhaber.

Schauen wir in die öffentliche Verwaltung, sehen wir etwas mehr Rotation. Dies liegt an der universellen Einsatzbarkeit von verbeamteten Personen: heute Friedhofsverwaltung und morgen Jugendamt. Dass Rotation überhaupt möglich ist, liegt an Schlüsselqualifikationen. Im Beamtenapparat sind es die übertragbaren Verwaltungsverfahren.

In den Industrie- und Dienstleistungssektoren müssen die Schlüsselqualifikationen allerdings eine andere Basis haben. Ich sehe drei Bereiche:

  1. Da wäre zum einen das Branchenwissen. Wer die Branche gut kennt, wird das persönliche Erfahrungswissen relativ leicht auch in einer anderen Abteilung verwenden können.
  2. Das zweite sehe ich einer definierten Führungskultur. Es gelten dieselben Werte und Prinzipien. Dies reduziert erheblich die mit jedem Wechsel verbundenen Unsicherheiten.
  3. Unbedingt erforderlich ist schließlich Freude am Lernen und Begeisterung für Herausforderungen. Da muss man sich nichts vormachen. Was genau fachlich in einer Abteilung oder in einem Stabsbereich passiert, ist von außen nur schwer erkennbar. Nur mit Lernen wird sich Erfolg einstellen.

Es würde öffentlichen Unternehmen gut tun, wenn Führungskräfte innerhalb des Betriebs regelmäßig wechseln würden. Fünf Jahre auf einer Position scheint eine Dauer zu sein, die sich vielfach bewährt hat. Wenn die Betriebe jedoch zu klein sind und nur wenige verfügbare Positionen aufweist, wäre auch eine regionale Kooperation denkbar. Eine Führungskraft wechselt in ein befreundetes Unternehmen und kann zu gegebener Zeit zurück kommen. Das neue Erfahrungswissen ist unbezahlbar. Im Unterschied zur Lufthansa sehe ich aber eher eine Führungsebene zu wenig als eine zu viel.

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