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Die Entsorgung von Asbest und künstlichen Mineralfasern will gelernt sein

Autor
Vladislav Sedov
Veröffentlicht
13.12.2018

Die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen starteten in diesem Jahr eine Aufklärungskampagne zu asbesthaltigen Produkten, damit sich die Bürger besser vor den gefährlichen Materialien schützen und das Asbest nur in sogenannten Big-Bags anliefern. „Häufig bringen die Kunden den asbesthaltigen Abfall unverpackt zu uns und entsorgen ihn erst direkt vor Ort in einen speziellen Sack, um sich eine weitere Fahrt zu ersparen“, erklärt Susanne Bernsdorf, die Gefahrgutbeauftragte von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen. Das Auto gilt dann jedoch als kontaminiert, weil sich die feinen Fasern schon nach einer kurzen Fahrt im gesamten Innenraum und der Atemluft verteilen.

Asbest sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Es riecht nicht und gibt keine Warnsignale ab. Die große Gefahr von asbesthaltigen Produkten lauert in der Atemluft. „Im Umgang mit Asbest besteht eine grundsätzliche Gefahr von Lungenkrebs mit einer Latenzzeit von 30 Jahren“, so Rolf-Michael Preugschat, Referent bei der Akademie Dr. Obladen. Bei Aufspaltung der feinen Fasern kann sich der Staub in der Lunge festsetzen und eine Asbestose oder andere schwerwiegende Lungenkrankheiten auslösen. Im Fall von künstlichen Mineralfasern stehen zwar nur „alte“ Mineralwollprodukte, die vor Juni 2000 hergestellt wurden, im Verdacht Krebs auszulösen. Der Umgang mit künstlichen Mineralfasern kann jedoch auch zu Haut- und Atemwegsreizungen führen. Deshalb sind für die Mitarbeiter der Schadstoffsammlung bei der Annahme von Asbest und anderen Materialien aus künstlichen Mineralfasern bestimmte Schutz- und Verhaltensmaßnahmen unbedingt notwendig.

Das Seminar „Asbest und Mineralfasern als Abfall annehmen“ liefert Mitarbeitern auf Recyclinghöfen, Abfallberatern und Disponenten praktische Tipps im alltäglichen Umgang mit diesen Gefahrstoffen. In einem theoretischen Teil geben die Referenten einen Überblick über die aktuell geltenden Vorschriften und gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der Entsorgung und dem Transport von Asbest und künstlichen Mineralfasern. Im Vordergrund steht zudem der Arbeitsschutz auf dem Wertstoffhof, um möglichen Gesundheitsgefahren des Annahmepersonals vorzubeugen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Abfallberatung der Kunden für eine sachgerechte Anlieferung.

Das nächste Seminar findet am 12.03.2019 in Mannheim statt. Die Schulung lässt sich auch direkt im eigenen Betrieb veranstalten. Bei Interesse oder weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an Hans-Peter Lambertz unter hpl@kommunalwirtschaft.eu.

Das Programm und weitere Informationen gibt es auf der Veranstaltungsseite unter https://kommunalwirtschaft.eu/veranstaltungen/Veranstaltungen/A6040/s0.html.

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