Landesfachtagung Nordrhein-Westfalen des VKU e.V. Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit VKS 2026
Die diesjährige Landesfachtagung fand am 02. und 03. September 2026 in Kamp-Lintfort im Wellings Parkhotel statt. Unter dem Motto „Kommunale Abfallwirtschaft im Wandel – Strategien, Techniken und Trends für die Praxis von morgen“ kamen zahlreiche Fachleute, Vertreterinnen und Vertreter kommunaler Unternehmen sowie Expertinnen und Experten aus Politik, Verbänden und Wirtschaft zusammen, um sich über die aktuellen Herausforderungen der Branche auszutauschen.
Neue Regeln der Kreislaufwirtschaft, der europäische Emissionshandel, wachsende Anforderungen an Digitalisierung und Sicherheit sowie der zunehmende Druck auf die Stadtsauberkeit prägten die Diskussionen. Vorträge, Fachgespräche, zwei parallele Fachforen, ein Ausstellerforum und die begleitende Fachausstellung gaben einen praxisnahen Überblick darüber, wie kommunale Unternehmen diesen Wandel aktiv gestalten.
Thematische Schwerpunkte
- Kreislaufwirtschaft und Entbürokratisierung – Rahmenbedingungen für eine ressourcenschonende Wirtschaft in NRW.
- CO₂-Bepreisung und Emissionshandel – Auswirkungen des EU-ETS auf thermische Abfallbehandlungsanlagen, Kalkulation und Gebührenrecht.
- Nachhaltige Wertstoffwirtschaft – Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung, Kunststoffrecycling und Mehrweg.
- Digitalisierung, KI und Datensouveränität – von der Datennutzung bis zur KI-gestützten Stadtsauberkeit.
- Erfolgsfaktor Personal – Recruiting, leistungsgewandelte Beschäftigte und digitale Personalverwaltung.
- Cybersicherheit und KRITIS – Notfallmanagement und Schutz kommunaler Betriebe.
- Zukunftssichere Mobilität – E-Abfallsammelfahrzeuge und klimafreundliche Mobilitätsplanung.
- Wertstoffhöfe und Stadtsauberkeit – vom autonomen Wertstoffhof bis zu Strategien gegen illegale Ablagerungen.
1. Tag – 02. September 2026
Nach der Begrüßung durch Thomas Patermann, Vorsitzender der Landesgruppe NRW und Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, und einem Grußwort von Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel, eröffnete Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, den ersten Block mit einem Vortrag zum Wandel hin zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft in NRW. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing berichtete Aktuelles aus der Kreislaufwirtschaft, Silke Krebs vom NRW-Wirtschaftsministerium setzte einen weiteren Impuls. In der anschließenden Gesprächsrunde ging es um Entbürokratisierung als Schlüsselfaktor für die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft.
Nach der Mittagspause rückte das Spannungsfeld CO₂ in den Mittelpunkt. Beiträge von Dr. Ralf Gruneberg (Gruneberg Rechtsanwälte), Dr. Ella Stengler (CEWEP), Martin Treder (ITAD) und Dr. Roland Geres (FutureCamp) beleuchteten die Umlagefähigkeit der CO₂-Zertifikatskosten, die Position der thermischen Abfallbehandlungsanlagen im europäischen Emissionshandel sowie die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung. Im Fachgespräch wurde diskutiert, wie sich kommunale Betriebe auf ETS, Preisrisiken und neue Kalkulationsanforderungen vorbereiten können.
Nach dem Ausstellerforum, in dem die Partner der Fachausstellung ihre Lösungen vorstellten, widmete sich der dritte Block den Wegen in eine nachhaltige Wertstoffwirtschaft. Themen waren die Novellierung des Verpackungsgesetzes zur Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die Verwertungspotenziale von Altkunststoffen, das Mehrwegkonzept der AWISTA auf der Düsseldorfer Rheinkirmes sowie Mehrweggeschirr als Mittel gegen Einwegvermüllung. Das abschließende Fachgespräch ging der Frage nach, was es braucht, damit Mehrweg, Recycling und Zero Waste im Alltag wirklich funktionieren.
Der Tag endete mit der Mitgliederversammlung und der Abendveranstaltung im „LUFRE“ in Kamp-Lintfort. Nach einem Grußwort von Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt bot der Abend in geselliger Atmosphäre viel Raum für Gespräche und Networking.
2. Tag – 03. September 2026
Der zweite Konferenztag war in zwei parallele Fachforen mit jeweils drei Themenblöcken gegliedert:
Forum 1
- Digitalisierung und KI in der Praxis – Wem gehören kommunale Daten, und wie lassen sich Datennutzung und Datensicherheit organisieren? Die RegioEntsorgung stellte ihre KI-Projekte vor, der HEB Hagen zeigte, wie KI-gestützte Analysen die Stadtsauberkeit messbar machen. Im Fachgespräch ging es um Datennutzung, Datensicherheit und digitale Souveränität.
- Erfolgsfaktor Personal – Neue Ansätze in der Personalarbeit für leistungsgewandelte Beschäftigte, modernes Recruiting, digitale Personalverwaltung mit Self-Service-Angeboten sowie der Umgang mit Minderleistung. Das Fachgespräch fragte, welche Personalkonzepte tragen, wenn sich Arbeitsmarkt, Leistungsfähigkeit und Erwartungen verändern.
- Cybersicherheit und KRITIS – Notfallmanagement, kontinuierliche Überwachung der eigenen Angriffsfläche und die Cybersicherheit kommunaler Betriebe aus Sicht des BSI. Im Fachgespräch wurde erörtert, was Betriebe jetzt tun müssen, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.
Forum 2
- Zukunftssichere Mobilität – Klimafreundliche Mobilitätsplanung, E-Mobilität in der kommunalen Anwendung am Best-Practice-Beispiel Paderborn und ein Herstellerforum zu E-Abfallsammelfahrzeugen mit Daimler Truck, Volvo und Renault Trucks.
- Wertstoffhöfe und Recycling – Der neue Wertstoffhof in Moers, der autonome Wertstoffhof der Entsorgungsbetriebe Essen, die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recht auf Reparatur. Im Fachgespräch ging es um die künftige Rolle der Wertstoffhöfe für Wiederverwendung, Reparatur und Recycling.
- Strategien gegen die Vermüllung unserer Städte – Lösungsansätze gegen unerlaubte Ablagerungen aus Wuppertal, die systematische Behältervolumenüberprüfung als Steuerungsinstrument in Dortmund und der Einsatz von Mülldetektiven und Kümmerern in Mönchengladbach. Das Fachgespräch widmete sich der Frage, wie Kommunen wirksam mehr Sauberkeit schaffen.
Die Tagung endete mit den Schlussworten von Thomas Patermann.
Fazit
Die Landesfachtagung 2026 in Kamp-Lintfort machte deutlich, wie vielfältig die Anforderungen an die kommunale Abfallwirtschaft geworden sind – vom Emissionshandel über Digitalisierung und Cybersicherheit bis zu Personalgewinnung und Stadtsauberkeit. Ebenso deutlich wurde: Die kommunalen Unternehmen nehmen diese Herausforderungen an und entwickeln praxistaugliche Lösungen für eine leistungsfähige, innovative und nachhaltige Abfallwirtschaft.
Ein herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, Moderatorinnen und Moderatoren, den 16 Ausstellern und Sponsoren der Fachausstellung sowie allen Teilnehmenden für den intensiven Austausch.


























































































































































