Praxisseminar: Nachhaltige Beschaffung in Kommunen und kommunalen Unternehmen
- Nachhaltigkeitskriterien für Liefer- und Dienstleistungen rechtssicher in Vergabeverfahren einbinden.
- Gütezeichen, Nachweise und Vergabeunterlagen sicher nutzen – von der Bedarfsklärung bis zur Ausschreibung.
- Mit Praxisbeispiel aus Remscheid sowie begleitetes Übungsmodul für die eigene Beschaffungspraxis.
Öffentliche Beschaffung wird zunehmend zu einem wichtigen Instrument kommunaler Nachhaltigkeitspolitik. Schon heute können ökologische und soziale Anforderungen an verschiedenen Stellen eines Vergabeverfahrens berücksichtigt werden – etwa in der Leistungsbeschreibung, bei Zuschlagskriterien, Ausführungsbedingungen zum Beispiel mittels Anwendung geeigneter Nachweise und Gütezeichen. Gleichzeitig entwickelt sich der rechtliche Rahmen derzeit grundlegend weiter: Mit dem im September 2026 von der EU-Kommission vorgelegten Public Procurement Act soll die strategische Beschaffung deutlich gestärkt und die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Qualitätskriterien im europäischen Vergaberecht weiter ausgebaut werden.
Für Kommunen und kommunale Unternehmen stellt sich damit immer stärker die praktische Frage: Wie werden aus allgemeinen Nachhaltigkeitszielen konkrete, rechtssichere Anforderungen in einer Ausschreibung? Das Seminar zeigt, wie ökologische und soziale Kriterien formuliert und an der richtigen Stelle im Vergabeverfahren verankert werden können. Behandelt werden unter anderem Gütezeichen und gleichwertige Nachweise, die Gestaltung von Vergabeunterlagen sowie die Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Zuschlagskriterien. Auch aktuelle Entwicklungen im europäischen Vergaberecht werden eingeordnet – insbesondere der Public Procurement Act und dessen geplante stärkere Ausrichtung auf Qualität, Umwelt- und Sozialaspekte, Lebenszyklusbetrachtung sowie Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz.
Ein besonderes Highlight des Seminars ist das umfangreiche Praxismodul. In zwei aufeinander aufbauenden Übungsphasen übertragen die Teilnehmenden die zuvor vermittelten rechtlichen und fachlichen Grundlagen unmittelbar auf einen konkreten Beschaffungsfall. Sie setzen sich damit auseinander, welche Nachhaltigkeitsanforderungen für eine Beschaffung geeignet sind, an welcher Stelle des Vergabeverfahrens sie verankert werden können und wie sie so formuliert werden, dass sie sowohl fachlich sinnvoll als auch vergaberechtlich belastbar sind. Damit bleibt es nicht bei abstrakten Kriterienkatalogen: Die Teilnehmenden vollziehen selbst den Weg von einem Nachhaltigkeitsziel hin zu konkreten Anforderungen für die Vergabeunterlagen.
Ergänzt wird diese praktische Arbeit durch einen kommunalen Erfahrungsbericht aus Remscheid und dem Projekt Bergisch Circular. Er zeigt, wie nachhaltige Beschaffungsstrukturen aufgebaut, Bedarfsträger eingebunden und Nachhaltigkeitsanforderungen in tatsächliche Beschaffungsvorgänge übersetzt werden können. Die Teilnehmenden erhalten damit sowohl konkrete Beispiele aus der kommunalen Praxis als auch die Gelegenheit, die dahinterstehenden Vorgehensweisen selbst anzuwenden.
Das Seminar ist bewusst abwechslungsreich und anwendungsorientiert aufgebaut: Fachliche Impulse schaffen die Grundlagen, ein Vergaberechtsexperte ordnet die rechtlichen Spielräume und aktuellen Reformen ein, das kommunale Praxisbeispiel macht die Umsetzung unter realen Bedingungen sichtbar. Diskussionen und Erfahrungsaustausch beziehen die Perspektiven der Teilnehmenden ein. Highlight ist das Praxismodul, in dem die Inhalte nicht nur besprochen, sondern anhand einer konkreten Vergabesituation selbst erprobt und für die eigene Beschaffungspraxis nutzbar gemacht werden.
Zielgruppe
Starttermine und Details
Gebühr Online: 590,00 € zzgl. MwSt. (472,00 € Early Bird Gebühr bis 28.10.2026)






