• Kreislaufwirtschaft
  • seminar
  • Produktnummer: 03441

Annahme von Elektro-Altgeräten und Batterien auf Wertstoffhöfen

  • Modernisieren der Wertstoffhöfe für aktuelle und künftige Anforderungen.
  • Organisatorische Umsetzung der neuen Sammelgruppen.
  • Auswirkungen der LAGA M 31 auf die Wertstoffhöfe.

Das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umwelt-verträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG) weist den Kommunen die Aufgabe zu, Altgeräte aus privaten Haushalten zurückzunehmen und für die Hersteller zur weiteren Entsorgung bereitzustellen oder im Rahmen der Optierung selber zu vermarkten. Es sind insbesondere die Wertstoffhöfe, die diese Aufgabe erfüllen. Sie sind Annahmestelle und dienen auch für die über andere Kanäle (Straßensammlung, Containersammlung, Kleingewerbe-Anlieferung...) erfassten Elektro-Altgeräte und Batterien als Zwischenlager. Das Seminar startet mit aktuellen, rechtlichen Informationen. Die Anforderungen an eine rechtlich und technisch einwandfreie Annahme, Trennung und Sortierung, Lagerung und Verpackung - und das bei steigenden gesetzlich vorgegebenen Erfassungsquoten - sind anspruchsvoll. Erfahrungen zeigen, dass Lithium-Ionen-Batterien in Brand geraten können. Sie ersetzen zunehmend Batterien auf Nickel-Cadmium-Basis und sind als Gefahrgut eingestuft. Um eine Gefährdung des Annahmepersonals und auch Dritter zu vermeiden, sind bei der Annahme entsprechende Kenntnisse und Sorgfalt erforderlich.

Viele Wertstoffhöfe stoßen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Wertstoffhöfe erfahren zurzeit eine abfallpolitische Aufwertung. Investitionen sind erforderlich für eine Modernisierung der Infrastruktur und für personelle Maßnahmen

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Führungs- und Fachkräfte auf Recycling- und Wertstoffhöfen sowie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche sich mit den Stoffströmen bei Anlieferung, Betrieb und Verwertung/Vermarktung von Abfällen und Wertstoffen befassen.

Programm

9:00 Jürgen Beckmann: Die LAGA Mitteilung 31A – Umsetzung ElektroG
Sammlung durch öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger. Rücknahme durch zertifizierte Erstbehandlungsanlagen. Abgrenzung: private Haushalte/sonstige Herkunftsbereiche. Entnahme von Batterien und Lampen. Sammlung „untypischer“ Altgeräte. Kooperation zwischen öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger und EBA. Vorbereitung zur Wiederverwendung. Behandlungskonzept. Beanstandungen von Zertifikaten. Zuständige Behörden, Überwachung und Verantwortung.

10:30 Pause

11:00 Dr. Julia Hobohm: Sicherheitsanforderungen bei der Annahme und dem Verpacken von Batterien und Hochenergie-Batterien
Statistik über Entwicklung des Batterie-Markts: Was kommt wann an? Was muss angenommen werden, was nicht. Batterien in EAG und Demontage. Probleme bei der Erfassung von Abfallströmen bei den Abfallbehandlungsanlagen. Lösungsansätze für die künftige Erfassung von Abfallströmen. Bauliche Voraussetzungen. Verantwortung vom Personal auf Wertstoffhöfen. Übergabe von Batterien an GRS.

12:30 Mittagspause

13:30 Dr. Ralf Brüning: Vorbereitung zur Wiederverwendung nach §§ 17a und 17b ElektroG
Gesetzlicher Hintergrund. örE. EBA. Annahme. Sammlung und Prüfung. Konzepte zur praktischen Umsetzung. Potenziale und Herausforderungen.

15:00 Pause

15:30 Markus Engels: Organisation der Annahme von Elektroaltgeräten auf dem Wertstoffhof
Optimierung eines vorhandenen Wertstoffhofs mit Blick auf die Anforderungen von ElektroG und BattG. Konzeption einer Annahme-Theke. Personelle Kapazitäten und Anforderungen an die Qualifikation.

Vortragende

Dipl.-Ing. Jürgen Beckmann

Dipl.-Ing. Jürgen Beckmann ist stellvertretender Referatsleiter im Bayerischen Landesamt für Umwelt, Referat 31 „Grundsätze der Kreislaufwirtschaft, Entsorgung spezifischer Abfälle“. Er berät zu Fragen der Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten, wirkt an der Überarbeitung der LAGA-Mitteilungen M31 A und M31 B mit, betreut die Online-Plattform Abfallratgeber Bayern und organisiert die Dienstbesprechung der bayerischen Abfallberaterinnen und Abfallberater.

Dr. Ralf Brüning

Dr. Ralf Brüning ist Geschäftsführer der Dr. Brüning Engineering UG. Die Firma Dr. Brüning Engineering UG ist ein unabhängig beratendes und planendes Dienstleistungsunternehmen. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Initiierung, Planung und Durchführung nationaler und internationaler Industrie- und Forschungsprojekte. Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf den Stoffströmen Elektr(on)ik(alt)geräte, (Alt)batterien und (Alt)kunststoffe sowie den Themen Abfallvermeidung, (Vorbereitung zur) Wiederverwendung, Reparatur und dem Ökodesign. Auftraggeber sind Industrie- und Wirtschaftsunternehmen im regionalen, nationalen und internationalen Maßstab sowie die öffentliche Hand. (Brake)

Dipl.-Ing. Markus Engels
Markus Engels ist Diplom-Ingenieur und systemischer Prozessberater. Er verfügt über eine langjährige Berufserfahrung in der Energie- und Abfallwirtschaft. Seine Workshops sind auf Transfer und Handlungsorientierung, Nachhaltigkeit und auf die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden ausgerichtet (Ganderkesee).
Dr.-Ing. Julia Hobohm
Dr.-Ing. Julia Hobohm studierte und promovierte an der TUHH im Bereich Elektroaltgeräte- und Metallrecycling. Von 2017 bis 2026 lehrte sie an der HAW Hamburg; aktuell doziert sie an der DKU Almaty sowie seit mehreren Jahren an der Akademie Obladen. Anfang 2022 übernahm sie die Geschäftsführung der Gemeinsame Rücknahmesystem Servicegesellschaft mbH und engagiert sich für moderne Rücknahmesysteme und Kreislaufwirtschaft.

Sie ist Vorstandsmitglied der DGAW, Mitglied im Executive Board der IFAT, produziert und moderiert den Podcast „TrashTalk“ und veröffentlichte bereits über 200 Fachbeiträge. Als Präsidentin der von ihr mitbegründeten PRO Circularity Alliance setzt sie sich insbesondere für Herstellerverantwortung als zentrales Instrument nachhaltiger Produkt- und Entsorgungspolitik ein.

Starttermine und Details

1 Termin
16.07.2026
Online
Online Anmeldung
16.07.2026
09:00 - 17:00
Online

Gebühr Online: 400,00  zzgl. MwSt.

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