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  • Produktnummer: 03240

Fachkonferenz: Neues Verpackungsrecht und kommunale Handlungsoptionen

  • EU-PPWR und VerpackungDG: Was sich für öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger konkret ändert.
  • LVP, PPK und duale Systeme: Praxisberichte zu Sammelqualität, Mitbenutzung, Abstimmung und kommunaler Steuerung.
  • Bioabfall und Mehrweg: Neue Grenzfälle und Kommunikationsaufgaben für Kommunen.
 
 

Mit der EU-Verpackungsverordnung PPWR und dem geplanten Verpackungsdurchführungsgesetz steht das Verpackungsrecht vor einer weitreichenden Neuordnung. Für öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, kommunale Betriebe und Verwaltungen stellt sich damit eine zentrale Frage: Was bedeuten die neuen Vorgaben konkret für die kommunale Praxis? Die Fachkonferenz ordnet die aktuellen Entwicklungen ein und richtet den Blick auf die Schnittstellen, an denen europäische Regulierung, nationale Umsetzung und kommunale Verantwortung unmittelbar aufeinandertreffen. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen auf Sammlung, Abstimmung mit dualen Systemen, PPK-Mitbenutzung, LVP-Erfassung, Sammelqualität, Bioabfall und kommunale Handlungsspielräume. Die Veranstaltung bietet damit eine kompakte Orientierung zu einem Themenfeld, das rechtlich, organisatorisch und politisch neu in Bewegung geraten ist.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den praktischen und rechtlichen Herausforderungen der Zusammenarbeit zwischen Kommunen und dualen Systemen. Gerade bei PPK zeigt sich, wie komplex die gemeinsame Verantwortung in der Praxis ist: Verpackungen aus Papier, Pappe und Kartonagen werden zusammen mit grafischen Papieren über kommunale Sammelstrukturen erfasst, obwohl die Zuständigkeiten rechtlich unterschiedlich verteilt sind. Daraus entstehen seit Jahren Streitfragen zur Bestimmung des Verpackungsanteils, zur Berechnung von Mitbenutzungsentgelten nach Masse oder Volumen, zur gemeinsamen Verwertung oder körperlichen Herausgabe von Mengenanteilen sowie zur transparenten Bestimmung eines angemessenen Entgelts. Viele örE erleben die Verhandlungen mit den dualen Systemen als aufwendig, langwierig und konfliktanfällig. Umso wichtiger ist die Frage, wie Abstimmungsprozesse praxistauglicher, konfliktärmer und steuerbarer werden können. Praxisberichte zu PPK und LVP zeigen, wo typische Konfliktlinien verlaufen und welche Lösungsansätze sich in der kommunalen Entsorgungspraxis bewährt haben. Ergänzt wird dies durch Einblicke in konkrete Systementscheidungen, etwa bei der Frage, ob gelber Sack, gelbe Tonne oder Wertstofftonne die passende Lösung ist.

Darüber hinaus nimmt die Konferenz aktuelle Spezialfragen in den Blick, die für Kommunen in Beratung, Sammlung und Kommunikation immer wichtiger werden. Dazu zählen biologisch abbaubare Verpackungen im Lichte der PPWR, neue rechtliche Grenzfälle wie Teebeutel und Kaffeepads, mögliche Änderungen im Zusammenspiel von Verpackungsrecht und Bioabfallrecht sowie die Frage, wie Kommunen mit neuen Kennzeichnungspflichten umgehen können. Auch Mehrwegförderung, Verpackungssteuer und EPR-Mittel werden aus umwelt- und verbraucherschutzpolitischer Sicht eingeordnet. Die Teilnehmenden erhalten damit nicht nur einen Überblick über neue rechtliche Vorgaben, sondern vor allem eine praxisnahe Einordnung für strategische Entscheidungen, operative Umsetzung und Kommunikation gegenüber Bürgerinnen und Bürgern. Die Konferenz richtet sich an Führungskräfte und Fachpersonal aus öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern, kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieben, Stadtreinigungen, Verwaltungen und Zweckverbänden, die das neue Verpackungsrecht nicht nur verstehen, sondern aktiv in kommunale Praxis übersetzen wollen.

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an Führungskräfte und Fachpersonal öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger, kommunaler Abfallwirtschaftsbetriebe, Stadtreinigungen, Verwaltungen und Zweckverbände. Angesprochen sind insbesondere Personen, die mit Verpackungssammlung, Abstimmungsvereinbarungen, Rahmenvorgaben, PPK-Mitbenutzung, Abfallberatung oder der strategischen Weiterentwicklung kommunaler Sammelsysteme befasst sind. Auch Mitarbeitende aus Rechtsabteilungen, Gebühren-/Kostenstellen und operativen Bereichen profitieren von der Verbindung aus rechtlicher Einordnung und kommunaler Praxis.

Programm

9:30 Eintreffen, Registrierung und Begrüßungskaffee

10:00 Dr. Holger Thärichen (VKU): PPWR und Verpackungsdurchführungsgesetz aus kommunaler Sicht: Neuerungen, Auswirkungen auf örE, Abstimmung und Sammlung
Einordnung der PPWR und des geplanten Verpackungsdurchführungsgesetzes, zentrale Änderungen für die kommunale Entsorgungspraxis, Auswirkungen auf öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger sowie Schnittstellen zu Sammlung, Abstimmung und kommunaler Steuerung.

Themenblock I: Eckpunkte und Praxis für PPK
Mitbenutzung, Abstimmung, Kostenfragen und operative Herausforderungen

10:30 NN (UBA): Weiterentwicklung der PPK-Mitbenutzung: Eckpunkte und Forschungsergebnisse aus Sicht des Umweltbundesamtes

11:00 Henrik Otto (AW SAS): PPK in der Praxis: Abstimmung mit dualen Systemen, Sammlung, operative Herausforderungen
Praxisbericht zur Umsetzung der PPK-Mitbenutzung, zu Kosten- und Erlösfragen sowie zum Qualitätsmanagement. Der Beitrag beleuchtet die Abstimmung mit dualen Systemen und zeigt typische Konflikte sowie Lösungsansätze aus der Entsorgungspraxis.

11:30 Kaffeepause

Themenblock II: LVP-Sammlung und kommunale Steuerung
Sammelqualität, Systementscheidungen und Verhandlungspraxis mit dualen Systemen

11:45 Georg Krieger (DOWERT): LVP in der Praxis: Sammelqualität und kommunale Steuerung
Projekte und Erfahrungen aus Dortmund. Handlungsspielräume in der Abstimmung mit dualen Systemen. Was Kommunen praktisch aus den bisherigen Erfahrungen mitnehmen können.

12:15 Margit Sautter (AWM): Gelber Sack, gelbe Tonne oder Wertstofftonne – Praxistest, Systementscheidung und Verhandlungstipps aus München
München hat mit rund 60.000 Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Sammelsysteme getestet: gelber Sack, gelbe Tonne und Wertstofftonne, in unterschiedlichen Siedlungsstrukturen und mit begleitenden Sortieranalysen. Der Beitrag zeigt, welche Erfahrungen dabei gesammelt wurden, warum sich München für die Einführung der gelben Tonne zum 1. Januar 2027 entschieden hat und welche Tipps und Tricks im Umgang mit dualen Systemen bei Abstimmungsvereinbarungen und Rahmenvorgaben hilfreich sein können.

12:45 Mittagspause

Themenblock III: Bioabfall, Grenzfälle und biologisch abbaubare Verpackungen

13:45 Suhayl Ungerer (Nusser & Franssen): Teebeutel, Kaffeepads und andere Grenzfälle: Rechtliche Einordnung zwischen Verpackungsrecht und Bioabfall
Rechtliche Einordnung ausgewählter Grenzfälle wie Teebeutel, Kaffeepads und vergleichbarer Produkte. Im Mittelpunkt stehen mögliche Folgen aus dem Rechtsgutachten von VKU und Franßen & Nusser sowie Konsequenzen für Bioabfall, Verpackungssammlung und Entsorgungspraxis.

14:15 Dr. Friedrich von Hesler: Kompostierbare Verpackungen im Lichte der PPWR: Erfordert das neue Recht eine Neubewertung?
Neubewertung kompostierbarer Verpackungen. Weg von pauschaler Abwehr, hin zu klar begrenzter Zulassung, sauberer Verbraucherkommunikation und fairer Systembeteiligung, damit organische Wertstoffe im biologischen Kreislauf gehalten und Kommunen dafür angemessen vergütet werden.

14:45 Kaffeepause

Themenblock IV: Mehrweg und Verpackungssteuer

15:00 NN (DUH): Mehrweg, Verpackungssteuer und EPR-Mittel
Was Kommunen aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe jetzt nutzen können

15:30 Axel Subklew: Neue Kennzeichnungspflichten für Verpackungen: Europaweit einheitliche Piktogramme
Mehr Klarheit für Verbraucherinnen und Verbraucher – oder neue Herausforderungen für Kommunen?

Vortragende

Georg Krieger

Georg Krieger, Vorsitzender VKU Fachausschuss Wertstoffwirtschaft, Geschäftsführer, Dortmunder Wertstoffgesellschaft mbH (Dortmund)

Henrik Otto

Henrik Otto, Vorstandsvorsitzender, Abfallwirtschaft Sachsen-Anhalt Süd - AöR (Mertendorf)

Margit Sautter

Margit Sautter ist Umweltingenieurin und seit Oktober 2022 beim Abfallwirtschaftsbetrieb München als Koordinatorin für die Einführung der Gelben Tonne tätig. Zuvor war sie 19 Jahre bei Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH in Augsburg als Landesreferentin beschäftigt, zuletzt in der Position der stellvertretenden Regionalleiterin. Dort war sie unter anderem für die Verhandlungen der Systemfestlegungen mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern für Bayern und Baden-Württemberg zuständig.

Axel Subklew
Axel Subklew ist seit 2020 der Sprecher der Initiative "Mülltrennung wirkt". Von 1997 bis 2006 war er beim Dualen System Deutschland als Landesreferent und Gruppenleiter für die Region Mitte tätig. Danach wechselte er zur Reclay Group, wo er bis 2020 als Regionalleiter für Entsorgung zuständig war. In dieser Position war er verantwortlich für die Ausschreibung und den Einkauf von Erfassungsdienstleistungen, sowie für die Durchführung von Informationsveranstaltungen und Schulungen zum Thema Recycling. (Köln)
Dr. Holger Thärichen
Dr. Holger Thärichen war von 2007 bis 2012 Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Abfallrecht/Abfallwirtschaft in der Berliner Anwaltskanzlei Gaßner, Groth, Siederer & Coll. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin und den juristischen Staatsprüfungen folgte 2003 die Promotion zum Doktor des Rechts zum Thema „Öffentliche Interessen im Abfallrecht“. Es folgten Tätigkeiten als wissenschaftlicher Angestellter im Umweltbundesamt (Berlin) und als Rechtsanwalt in einer umweltrechtlich spezialisierten Berliner Anwaltskanzlei. Von 2001 bis 2006 war er als Jurist mit Schwerpunkt Umweltrecht im Stabsbereich Grundsatzfragen/Recht und im Vorstandsbüro der Berliner Stadtreinigungsbetriebe tätig. Ab 2006 war Dr. Holger Thärichen zudem Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Seit Februar 2012 obliegt ihm die Geschäftsführung der Sparte Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit VKS im Verband kommunaler Unternehmen e.V. (Berlin).
Suhayl Ungerer

Suhayl Ungerer, Rechtsanwalt, Franßen & Nusser Rechtsanwälte PartGmbB (Berlin)

Dr. Friedrich von Hesler

Dr. Friedrich von Hesler hat Biologie studiert und arbeitet seit 1997 für die Firma Novamont, einem der Pioniere und führenden Unternehmen auf dem Gebiet der biologisch abbaubaren Werkstoffe. Nachdem er zuerst in der Funktion Business Development Manager tätig war, übernahm er später die Aufgabe des Area Managers für die D/A/CH-Region. Er ist Mitglied im Vorstand von C.A.R.M.E.N. e.V. und dem Sachverständigenrat für Bioökonomie in Bayern. Den Vortrag hält er in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Initiative Natürliche Kreislaufwirtschaft e.V.

Starttermine und Details

1 Termin
12.11.2026
Hannover / Online
Online Anmeldung
12.11.2026
10:00 - 17:00

Gebühr Vor Ort: 600,00  zzgl. MwSt.
Gebühr Vor Ort reduziert: 500,00  zzgl. MwSt.
Gebühr Online: 550,00  zzgl. MwSt.
Gebühr Online reduziert: 450,00  zzgl. MwSt.

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